Im Zuge der rasanten Konvergenz von KI, Web3 und Real-World Assets (RWA) rücken Vertrauen, Compliance, Effizienz und die Komponierbarkeit von Vermögenswerten in den Fokus der gesamten Branche.
Im Rahmen der Fachkonferenz „Die revolutionäre Konvergenz von KI und Web3“, veranstaltet von 1783DAO und BroadChain, fand am Nachmittag des 17. Juni 2025 eine Podiumsdiskussion statt. Die Expertenrunde beleuchtete übergreifende Themen wie „KI, Web3, PayFi, RWA und robotergestütztes Quant Trading“ und bot Perspektiven von den technologischen Grundlagen über regulatorische Rahmenbedingungen bis hin zu konkreten Umsetzungsstrategien.

Moderiert wurde die Diskussion von Xinyi, Botschafterin von Moledao. Zu den Teilnehmern gehörten:
· Alan Lim, HF RealX
· Andrew, PayCrypto BD
· Helen, CMO, CBB Intelligent Quantitative Robot
· Duke, CTO, OpenEden
· Sean, Leiter für externe Beziehungen, NUS Fintech Society
Welche Vermögenswerte eignen sich am besten für die Tokenisierung? Gold könnte der nächste langfristige Durchbruch sein
Alan Lim von HF RealX erläuterte: „In der Praxis könnten für die langfristige RWA-Entwicklung nicht unbedingt Immobilien oder Anleihen, sondern Gold die besten Kandidaten sein.“ Er nannte folgende Vorteile:
· Ein weltweit etabliertes System für Handel und Dokumentation;
· Stabile Wertentwicklung und hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber Kursschwankungen;
· Großes Marktvolumen und breite Akzeptanz bei Investoren;
· Transparente Bilanzpositionen bei Zentralbanken, was eine blockchain-basierte Prüfung erleichtert.
Diese Sichtweise markiert einen Paradigmenwechsel – weg von traditionellen, hochwertigen aber illiquiden RWA-Vermögenswerten hin zu einer neuen Generation von Blockchain-Assets mit hoher Vorhersagbarkeit und Transparenz.
RWA-Regulierung im Vergleich: Die richtige Zuordnung von Vermögensarten ist wichtiger als der Trend
Zu den regulatorischen Unterschieden bei der RWA-Umsetzung in verschiedenen Regionen sagte Alan Lim:
· Dubai / Abu Dhabi: Besonders geeignet für rohstoffbasierte Vermögenswerte wie Gold oder Erdöl; die Regulierung ist hier vergleichsweise liberal.
· Singapur: Ideal für RWA im Bereich KI-Rechenleistung und Daten-Assets; der regulatorische Rahmen ist ausgereift.
· USA: Der Weg zur Wertpapierisierung ist hier am stärksten ausgeprägt, allerdings mit hohen Compliance-Kosten verbunden.
· Hongkong: Die politischen Richtlinien sind klar, die Umsetzung erfolgt jedoch stark policygetrieben.
Sein Rat: „Folgen Sie nicht blindlings jedem Trend. Wählen Sie den Standort für Ihre Umsetzung basierend auf der Art Ihrer Vermögenswerte und Ihrem rechtlichen Risikoprofil.“
PayFi × KI: Agenten-basierte Ökosysteme schaffen geschlossene Zahlungskreisläufe auf der Blockchain
Andrew von PayCrypto betonte, dass Krypto-Karten derzeit eines der ausgereiftesten Anwendungsfälle im PayFi-Bereich sind – mit bereits über 500.000 ausgegebenen Karten. Zu den Hauptnutzergruppen zählen:
· Liquiditätsakteure innerhalb der Web3-Community (für OTC- oder CEX-Auszahlungen);
· Nutzer außerhalb von Web3, etwa im grenzüberschreitenden E-Commerce, für Gehaltszahlungen oder den Kauf von Werbeplatzierungen.
Besonders hob er hervor, dass die Kombination aus KI-Agenten, Stablecoins und Krypto-Karten künftig einen „KI-gesteuerten Zahlungskreislauf“ ermöglichen wird. Er skizzierte den Prozess:
„Ein KI-Agent identifiziert einen Bedarf → greift auf Stablecoin-Vermögen zu → initiiert eine Zahlung auf der Blockchain → der Nutzer begleicht sie mit der Karte → der gesamte Vorgang läuft ohne menschliches Zutun ab.“
Zudem stellte er ein neues Konzept vor: „KYA“ (Know Your Agent) – die Compliance-Überprüfung von KI-basierten Akteuren auf der Blockchain. Dies könnte ein neuer Ansatz für die Regulierung von Blockchain-Zahlungen werden.
Quantitative Roboter: Ein „intelligentes Werkzeugset“ für alle Marktphasen
Helen, CMO von CBB Intelligent Quantitative Robot, gab Einblicke in die Kernkomponenten und die Strategiearchitektur ihres Teams:
· Das technische Team setzt sich aus Ingenieuren mit mathematischem und Informatik-Hintergrund zusammen.
· Die Strategien kombinieren Trend-Grid, Seitwärts-Arbitrage und automatische Gewinnmitnahme.
· Zu den Kunden zählen Privatpersonen und Institutionen aus verschiedenen asiatischen Ländern (z.B. Japan, Südkorea, Taiwan); das verwaltete Vermögen übersteigt 300 Millionen US-Dollar.
Auf die Frage, wie man Bullen- und Bärenmärkte übersteht, sagte sie: „Unsere Strategien beschleunigen die Ertragsgenerierung in Hausse-Phasen, begrenzen Verluste in Baisse-Märkten und erzielen stabile Arbitragegewinne in Seitwärtsbewegungen. Sie sind somit ein zyklusübergreifendes, selbstanpassendes Werkzeug.“
Bei RWA hat die Auswahl „compliancefreundlicher“ Vermögenswerte oberste Priorität
Duke, CTO von OpenEden, erklärte, dass seine RWA-Produkte gezielt Vermögenswerte wie US-Staatsanleihen (T-Bills) auswählen – also solche mit „geringem Kreditrisiko, hoher Transparenz und einfacher Struktur“.
Die Gründe hierfür sind:
· Ein ausgereifter Markt mit hoher Liquidität;
· Klare Regulierung und ein stabiler rechtlicher Rahmen;
· Eine hohe Nachprüfbarkeit von On-Chain-Produkten.
Er ergänzte, dass OpenEden Compliance bereits „von Grund auf“ in das Produktdesign integriert – etwa durch Fondstreuhand, externe Prüfungen und On-Chain-Verifizierbarkeit – um die Trennung der Vermögenswerte und die Sicherheit der Nutzer zu gewährleisten.
Ein Blick aus dem Hochschulumfeld: Ist „KI + Web3“ eine Blase oder eine echte Chance?
Sean von der NUS Fintech Society erläuterte, dass „KI + Web3“ für Studierende und junge Gründer sowohl überhitzte Spekulationsblasen als auch reale Chancen biete:
· Kurzfristig gibt es tatsächlich einige unseriöse Projekte, die lediglich „modische Buzzwords anhäufen“, um Finanzierung zu erhalten;
· Langfristig betrachtet sind jedoch Open-Source-Großmodelle, On-Chain-Identitäten, Daten-Eigentumsrechte und KI-Agents konkrete, zukunftsweisende Anwendungsfelder;
· „KI + Web3“ eröffnet Studierenden einen alternativen Karriereweg abseits traditioneller Finanz- oder Technologiepfade.
Er betonte: „Für Studierende kommt es nicht darauf an, ob ein Projekt perfekt ist, sondern ob es ihnen ermöglicht, echte Kompetenzen und ein professionelles Netzwerk aufzubauen.“
Fazit: KI und Web3 verbinden sich mit der realen Welt – und werden von ihr neu definiert
Die Podiumsdiskussion spannte einen Bogen von Vermögensauswahl über regulatorische Systeme und Compliance-Design bis hin zu KI-Agents, quantitativen Strategien und Talentökosystemen. Sie zeigte damit deutlich, wie KI und Web3 zunehmend in die reale Welt eingebettet werden und gleichzeitig von ihr geprägt werden.
Technologie ist mehr als nur Technik: Sie bildet die vertrauensbasierte Infrastruktur für die Finanzwelt und die gesellschaftliche Ordnung der Zukunft.
Hintergrund zur Veranstaltung
Der Workshop „Die dezentrale Welt: Die revolutionäre Konvergenz von KI und Web3“ wurde gemeinsam von 1783DAO und BroadChain veranstaltet. Als einer der meistbeachteten Side-Events der SuperAI 2025 – Asiens größter KI-Konferenz – lockte die Veranstaltung Hunderte führender Teilnehmer aus aller Welt an, darunter KI-Experten, Web3-Gründer, Investoren und Wissenschaftler.
Die Veranstaltung wurde in Kooperation mit Polyhedra Network, SeeGrowth und dem OGBC Innovation Hub organisiert. Mit einem hochkarätigen Programm standen insbesondere Themen wie „KI-Agents“, „On-Chain-Identitäten“, „ZKML (Zero-Knowledge Machine Learning)“, „RWA“ und „KI-gestützte On-Chain-Governance“ im Fokus intensiver Diskussionen.
Darüber hinaus erhielt die Veranstaltung breite Unterstützung von führenden Innovatoren aus den Bereichen Web3 und KI, darunter Moledao, KITE AI, KIP Protocol, amber.ac, 0G Labs, OpenEden, LOOP SPACE, HF RealX, PayCrypto, CBB Smart Quant Robot, Singapore Uni DAO und die NUS FinTech Society. Dies unterstreicht eindrucksvoll, dass die Fusion von KI und Web3 zu einem zentralen globalen Thema sowohl in der technologischen als auch in der industriellen Entwicklung geworden ist.
