Beim Fachgespräch „RWAs, Stablecoins und Crypto-Equity Linkage zwischen Innovation und Regulierung“ am 27. August, veranstaltet von 1783DAO, BroadChain und Hashkey, sprach Michael Chin, Director of Institutional Business Development bei HashKey Exchange. Sein Vortrag trug den Titel „Drei Konvergenzfelder zwischen traditioneller Finanzwelt und Web3: RWAs, Stablecoins und Crypto-Equity Linkage“.

Michael Chin strukturierte seine Kernaussagen in drei Hauptbereiche: Wie die Tokenisierung von Anlageprodukten traditionelle Finanzwelt und Web3 verbindet; welche Vorteile Stablecoins im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr bieten; und welche strategische Bedeutung die Crypto-Equity Linkage besitzt.
RWA: Vom traditionellen Finanzmarkt zu Web3-Investoren
Michael Chin wies darauf hin, dass das aktuelle Angebot an RWA-Produkten noch begrenzt ist. Der Großteil basiert auf traditionellen Finanzanlagen wie Anleihen oder Fonds, die tokenisiert werden. Im Kern handelt es sich dabei um eine Migration von der traditionellen Finanzwelt in die Web3-Welt:
Tokenisierung traditioneller Produkte: Beispielsweise die Umwandlung von Anleihen oder Fonds in RTA (Real Tokenized Asset);
Umstellung der Anlagekanäle: Obwohl die zugrundeliegenden Vermögenswerte als Web3-Token strukturiert sind, erfolgt der Zugang für Investoren nach wie vor überwiegend über traditionelle Kanäle wie Broker oder Börsen;
Ziel einer bidirektionalen Verknüpfung: HashKeys Strategie zielt nicht auf eine bloße Erweiterung des Produktportfolios ab, sondern verfolgt ein klares Ziel: sowohl traditionelle Finanzinvestoren in die Web3-Welt zu führen als auch Web3-Investoren den Zugang zu traditionellen Finanzanlagen zu ermöglichen.
Der eigentliche Durchbruch, so betonte er, liege darin, „die Anlagekanäle zwischen Web2 und Web3 zu öffnen“ und ein Ökosystem mit bidirektionalem Kapitalfluss zu schaffen.
Stablecoins: Eine Effizienzrevolution im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr
Neben Anlageprodukten hob Michael Chin besonders hervor, dass Stablecoins zunehmend zu einem weiteren Schwerpunkt im Finanzmarkt werden. Ihre Bedeutung liegt nicht nur im Handel, sondern vor allem in ihrem praktischen Nutzen für Zahlungen:
Schwachstellen traditioneller Auslandsüberweisungen: Diese benötigen oft zwei bis drei Tage oder sogar ein bis zwei Wochen; der Prozess ist umständlich und teuer – bei einer SWIFT-Überweisung von über 100 US-Dollar können leicht Gebühren von mehr als 10 US-Dollar anfallen.
Vorteile von Stablecoins: Hohe Effizienz: Die Gutschrift erfolgt innerhalb von ein bis zwei Stunden; Geringe Kosten: Die Transaktionsgebühr liegt bei nur 0,1–0,2 %; Breite Akzeptanz: Immer mehr Unternehmen in Südostasien und Südamerika nutzen bereits USDT für grenzüberschreitende Zahlungen.
Michael Chin führte weiter aus, dass beispielsweise JD.com eine Lizenz für Stablecoins beantragt hat – mit dem Ziel, globale Lieferketten und grenzüberschreitende Abrechnungen zu unterstützen sowie Reibungsverluste und Kosten zu senken. Stablecoins entwickeln sich zunehmend zur Standardzahlungsmethode internationaler Unternehmen und sind damit nicht mehr allein auf den Kryptohandel beschränkt.
Crypto-Equity Linkage: Die kapitalmarktorientierte Anerkennung von Krypto-Assets
Der dritte Schwerpunkt war die Crypto-Equity Linkage. Chin verwies darauf, dass es auf dem US-Markt bereits Versuche gibt, die Handelszeiten für Aktien zu verlängern oder Krypto- und Aktienmärkte zu verbinden. In Hongkong zeigt sich diese Entwicklung vor allem darin, dass börsennotierte Unternehmen Krypto-Assets direkt in ihre Unternehmensreserven aufnehmen.
Strategische Bedeutung: Die Anerkennung von Krypto-Assets als Teil der Unternehmensliquidität durch börsennotierte Unternehmen ist nicht rein spekulativ, sondern stellt eine neue Form der Kapitalallokation dar. Aus Sicht des Kapitalmarktes entwickeln sich Krypto-Assets zunehmend zu einer eigenständigen Anlageklasse neben Aktien und Anleihen.
Marktauswirkungen: Sie durchbrechen die Grenzen zwischen traditioneller Finanzwelt und Kryptofinanz und fördern einen dritten Konvergenzweg – jenseits von RWA und Stablecoins – nämlich die direkte Nutzung und Haltung von Krypto-Assets auf Unternehmensebene.
Finanzielle Neukonvergenz unter Regulierung und Innovation
Michael Chins Präsentation skizzierte einen klaren Entwicklungsweg:
Durch RWA wird ein bidirektionaler Fluss der Anlagekanäle erreicht; durch Stablecoins wird eine Effizienzrevolution im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr vorangetrieben; und durch Crypto-Equity Linkage wird eine breite Anerkennung von Krypto-Assets durch den Kapitalmarkt ermöglicht.
Diese drei Richtungen zeichnen gemeinsam das künftige Bild der Konvergenz zwischen traditioneller Finanzwelt und Web3.
In einem hochgradig offenen und regelkonformen Markt wie Hongkong sind RWAs, Stablecoins und Crypto-Equity Linkage nicht bloß aktuelle Diskussionsthemen, sondern entscheidende Hebel für eine strukturelle Transformation der Finanzbranche.
