Web3+品牌的大杀器:DAO如何实现对传统品牌彻底的降维打击

Die ultimative Waffe für Web3+-Marken: Wie DAOs traditionelle Marken vollständig überflüssig machen

BroadChainBroadChain20.09.2022, 16:56
Dieser Inhalt wurde von KI übersetzt
Zusammenfassung

Der durch DAOs und NFTs ermöglichte Vermögensfluss stellt einen echten „Dimensionen-Sprung“ dar, dem

Quelle: Jiu Jing Deng Deng 

Autor: lightness eth

01. DAO – die ultimative Waffe für Marken

In einem früheren Artikel habe ich bereits zwei mögliche Wege für die Verbindung von Web3 und Marken skizziert: Entweder bringt Web3 eigenständig native Marken hervor, die ihr Konsensnetzwerk in die reale Welt tragen. Oder Web3 dient etablierten Marken mit bestimmten Eigenschaften als fruchtbarer Nährboden. Die jüngsten Entwicklungen – etwa die Web3-Kundenbindungsplattform von Starbucks oder die Ankündigung des Blue-Chip-NFT-Projekts Doodles, 54 Millionen US-Dollar für den Aufbau einer weltweit führenden Web3-Entertainment-Marke einzuwerben – bestätigen meine These: Beide Pfade stehen kurz vor dem Durchbruch.

Für Marken, die über Web3 wirklich tiefe Kundenbeziehungen aufbauen wollen, sind einfache Bild-NFTs noch zu rudimentär. Mein zuvor vorgestelltes kombiniertes NFT-Konzept aus POAP, NFT PASS und PFP kann hier bereits mehr leisten – es fördert die Bindung und hilft, eine gemeinsame Markenkultur zu gestalten. Doch echter Konsens geht über reine Community-„Vibes“ hinaus. Es braucht ein spürbares, gemeinsames Wertverständnis, kein vom Markeninhaber allein definiertes Spiel.

Die wahre ultimative Waffe für „Web3 + Marke“ ist die DAO.

In meinem letzten Artikel ging es neben komponierbaren NFT-Lösungen im Marketing auch erstmals um die Frage, wie DAOs die Beziehung zwischen Marke und Verbraucher neu definieren könnten – ein Ansatz, der vielleicht sogar mit der langfristigen Strategie von Starbucks mithalten kann.

Heute möchte ich darauf aufbauen und untersuchen: Welche Irrtümer behindern die aktuelle DAO-Entwicklung? Welche zentrale Rolle spielt DAO in der Marken-Governance? Und wie könnten DAOs aussehen, die reale Marken tragen?

Dieser Artikel entstand mit Unterstützung meines Kollegen Vion Williams.

02. Status Quo und Herausforderungen der DAO-Entwicklung

1. DAOs fehlt ein Protokoll für Dateneigentum

Betrachtet man die Kerntechnologie von Web3, etwa die Evolution von Smart-Contract-Sprachen, fällt auf: Neue Sprachen wie Move bieten nicht nur bessere Komponierbarkeit als Solidity. Vor allem gestalten sie die Sprachlogik grundlegend um – Daten können nun explizit als Vermögenswerte definiert werden, nicht mehr nur als numerische Variablen.

Daten als auf der Blockchain komponierbare und sicher handelbare Vermögenswerte zu definieren, ist der nächste große technologische Trend.

Vor diesem Hintergrund sind NFTs die natürlichen Träger solcher Daten-Assets.

Daten sind aber nicht automatisch Vermögenswerte. So wie Geld erst durch den Markt zu einem Wertaufbewahrungs- und Zahlungsmittel wird, entfalten auch individuelle Nutzerdaten – etwa Klickverhalten – erst dann kommerziellen Wert, wenn sie mit den Daten vieler anderer zu Big Data aggregiert und an Unternehmen (B2B) verkauft werden können.

Daten brauchen also einen kollektiven, geschäftlich fundierten Konsens, um als Asset zu gelten. Und damit dieses Asset echten Wert entfaltet, braucht es einen funktionierenden Markt für Handel und Transfer.

Die technische Grundlage ist da. Doch wie lässt sie sich in reale Geschäftsprozesse und Produktfunktionen übersetzen?

Die Antwort lautet: Die DAO fungiert als organisatorischer Rahmen, um öffentlich festzulegen, welche Daten als Vermögenswerte (Token oder NFT) gelten. Innerhalb dieser Organisation wird kollektiv vereinbart, dass diese Assets handelbar und geschäftlich nutzbar sind.

Eine DAO mag auf den ersten Blick organisatorische Beziehungen neu definieren. Ihre Kernlogik ist jedoch die Neudefinition von Eigentumsverhältnissen – und genau das ist die Hauptmelodie von Web3. Nutzer erhalten das Eigentum an ihren Daten und damit die echte Kontrolle über ihre persönlichen Datensätze.

Den meisten DAOs fehlt es aktuell an einer klaren rechtlichen Festlegung ihres Dateneigentums. Damit verlieren sie von Beginn an die fundamentale Basis für kommerzielles Wachstum.

2. Missverständnisse in der DAO-Governance

Eine DAO ist eine vertraglich organisierte Struktur, deren Governance-Mechanismus vollständig auf der Blockchain über Smart Contracts abläuft.

Dennoch orientieren sich viele Web3-Akteure bei der DAO-Governance stark an bestimmten Tools – insbesondere am Prinzip „eine Person, eine Stimme“ oder „ein Token, eine Stimme“, das wir, inspiriert vom athenischen Demokratiemodell, immer wieder nachahmen.

Doch die athenische Demokratie war keine echte Demokratie für alle. Sie war ein Privileg einer kleinen Gruppe, die bestimmte gesellschaftliche Voraussetzungen erfüllte.

Die Übertragung dieses Modells auf DAOs ist ein notwendiger Schritt in der Erkundung verschiedener Governance-Pfade – ein Prozess, aber kein zwingendes Endergebnis. DAOs verkörpern unseren Wunsch nach einer fairen, demokratischen Gesellschaft. Doch eine demokratische Gesellschaft ist nicht dasselbe wie das athenische Modell.

Tatsächlich hat die Menschheit noch nie ein vollständig dezentrales System hervorgebracht. Und Demokratie existiert in vielen Formen – später entwickelte sich etwa die repräsentative Demokratie, die bewusst Teile der direkten Demokratie aufgibt.

Historisch bekannte Organisationsformen könnten in DAOs neu aufleben und sich weiterentwickeln.

Die Web3-Branche muss sich von Illusionen lösen. Konzentrieren wir uns zunächst darauf, wie DAO als Werkzeug oder Modell Netzwerkorganisationen optimieren kann – selbst eine Verbesserung um 50 % wäre ein großer Fortschritt.

3. Zu viel Fokus auf Tools, zu wenig auf Gesellschaft

Die Web3-Branche ist stark von zwei Kulturen geprägt: der Techniker- und der Kryptofinanz-Kultur. Da viele Tools früher im Kryptomarkt erfolgreich waren, dominiert heute die Entwicklung von Onchain-Tools die DAO-Diskussion unter Experten.

Aus dieser Perspektive halte ich die meisten aktuellen DAO-Tools für den neuen Markt „Web3 + Marke“ für kaum brauchbar. Einfache Abstimmungs- oder POAP-Verifizierungstools reichen nicht aus, um eine DAO als Träger für Dateneigentum und -handel zu etablieren. Solche Tools gibt es auch außerhalb von DAOs.

Man kann es mit dem Konzept *„Dao, Fa, Shu, Qi“* aus Laozis *Tao Te King* vergleichen: Die meisten DAO-Governance-Ansätze konzentrieren sich nur auf die oberflächlichen Ebenen „Qi“ (Werkzeuge) und „Shu“ (Techniken). Die tieferen Ebenen „Dao“ (Prinzipien) und „Fa“ (Regeln) werden weitgehend vernachlässigt. Es fehlt eine gründliche Auseinandersetzung mit dem Wandel sozialer Organisationen im digitalen Zeitalter und mit menschlicher Kultur und Geschichte.

Wir müssen zu den grundlegenden Entwicklungsprinzipien zurückfinden, statt neue Phänomene nur aus unserer eigenen Blase heraus zu interpretieren.

Für Marketing und die Verbreitung von Web3 hat die gesellschaftliche Narrative – die „soziale Theorie“ – einen natürlichen Vorteil. Wenn wir keine neuen Denkansätze für soziale Organisationen liefern und diese nicht in die reale Welt übertragen, bleibt Web3 ein Insider-Gespräch. Es erreicht die breite Öffentlichkeit nicht und gewinnt keine normalen Menschen.

Die Dominanz der Werkzeugperspektive und das Fehlen einer gesellschaftlichen Theorie führen zu einer oberflächlichen geistigen Auseinandersetzung mit DAOs in der Branche und erschweren zudem die Vermittlung des Konzepts nach außen.

4. Fehlende praktische Anwendungsfälle zur Cashflow-Generierung

Viele DAOs werden als experimentelle Initiativen gegründet, ohne von Anfang an klare kommerzielle Ziele zu verfolgen. Eine DAO ohne Cashflow bedeutet jedoch, dass die Gemeinschaftskasse auf Dauer leer bleibt – was ihre Entwicklung nicht nachhaltig macht. Jede Organisation, die Gewinne erwirtschaften kann, strebt zwangsläufig deren Maximierung an. Gleichzeitig fehlt es der Branche noch an einem tiefen Verständnis für die demokratische Struktur von DAOs. Viele Interessierte befürchten daher, dass das Organisationsmodell einer DAO die zentralen Interessen verwässern und letztlich zu Verlusten statt zu Gewinnen führen könnte.

5. Regulatorische Herausforderungen durch „Dezentralisierung“

Das Konzept der Dezentralisierung ist seit jeher umstritten. Die Annahme, es sei mit regulatorischer Compliance unvereinbar, ist jedoch voreilig. Tatsächlich stellen Dezentralisierung und Zentralisierung lediglich die beiden Enden eines Kontinuums dar, zwischen denen sich gesellschaftliche Entwicklungen stets bewegen.

In der Praxis bewegen sich DAOs zwischen diesen Polen – mit einer deutlichen Tendenz zur Dezentralisierung, ohne jedoch absolut dezentral zu sein. Denn jede Organisation, die dauerhaft in einem rein dezentralen Zustand verharrt, würde bei der geringsten Bildung von Strukturen zerfallen. Dies entspricht weder den Prinzipien menschlicher Gemeinschaften noch den Regeln kommerzieller Entwicklung.

Daher ist die Dezentralisierung einer DAO ein relatives, kein absolutes Merkmal. DAOs müssen innerhalb des regulatorischen Rahmens Wege finden, ihre dezentralen Vorteile gezielt einzusetzen – etwa durch den Wegfall von Intermediären, um eine effizientere Zusammenarbeit und niedrigere Grenzkosten zu ermöglichen.

03. Die Bedeutung von DAOs für Marken

1. Die Bedeutung von Daten als Vermögenswert

Aus geschäftlicher Sicht bietet eine DAO nicht nur eine ko-kreative Beziehung zwischen Marke und Nutzern, sondern ermöglicht auch die Akkumulation von Datenvermögen.

Der latente Wert einer DAO für Marken liegt in der Etablierung eines völlig neuen Web3-Marktsystems. Der Kern besteht darin, die gemeinsamen Interessen von Marke und Teilnehmern tief zu verknüpfen. Durch kollektiven Konsens werden wertvolle Daten – also Vermögenswerte wie NFTs oder Tokens – gemeinsam definiert, verwaltet und gesteuert, um den Kapitalfluss im Markt zu erweitern.

Vereinfacht gesagt: Früher ließ sich der Mehrwert von Marketing für das kulturelle Kapital einer Marke kaum objektiv messen. Im Kontext von Web3 hingegen generiert jede Marketingaktivität gemeinsame Daten mit den Verbrauchern – und diese Daten können durch kollektiven Konsens zu Vermögenswerten werden. Das heißt: Jede Marketingaktion bietet die Chance, das digitale Vermögen einer Marke zu mehren.

2. Governance als Ermöglicher und Begrenzer der Zusammenarbeit

Die Eigentums- und Governance-Struktur einer DAO ist für Marken ein sensibles Thema. Für Nutzer bedeutet die Übernahme von Governance-Rechten jedoch einen starken Anreiz, sich aktiv am Markenaufbau zu beteiligen, und gibt ihnen tiefe Einblicke in diesen Prozess. Daher müssen Marken bei der Gestaltung der Governance nicht befürchten, dass ihre Kerninteressen untergraben werden. Vielmehr geht es darum, geeignete Regeln zu entwickeln, die die aktive Beteiligung der Nutzer fördern, gleichzeitig aber deren Einfluss auf die Kerninteressen begrenzen.

Ein solches System braucht einen klaren Kern – etwa ein Governance-Konzept, das auf Beiträgen basiert. Dieses kann regeln, wie Nutzer durch ihre Beiträge bestimmte Rechte erwerben. Natürlich kann auch eine finanzielle Beteiligung integriert werden: Ein finanzstarker Markennutzer könnte als Investor Anteilseigner werden. Warum nicht? Ist das Stimmrecht von Aktionären im Aufsichtsrat nicht auch eine Form der DAO?

3. Konkrete Problemlösungspotenziale von DAOs

Aus werkzeugorientierter Sicht wird eine DAO derzeit über eine Reihe spezialisierter Tools betrieben. Da viele DAOs community-zentriert sind, entstanden zahlreiche dieser Tools ebenfalls im Community-Kontext – von Abstimmungsplattformen und Aufgabenmanagement-Tools bis hin zu Anwesenheits- und Vergütungssystemen. Die durch diese Tools generierten Daten und Werte können mittels Token-Belohnungen auf der Blockchain abgerufen werden. Bei internationalen DAOs erfolgt die Vergütung üblicherweise in Kryptowährung; in Märkten auf dem Weg zur regulatorischen Compliance können stattdessen NFTs als Belohnung eingesetzt werden.

Obwohl die Benutzeroberfläche dieser DAO-Tools Web2-Anwendungen oft ähnelt, unterscheidet sich ihre zugrundeliegende Logik fundamental: Während Web2-Tools primär der Produktivitätssteigerung dienten, zielen DAO-Tools darauf ab, einen offenen und freien globalen Arbeitsmarkt zu schaffen. Für Marken bedeutet dies einen Vorteil beim Aufbau einer globalen Community – einer Community, die ein eigenes ökonomisches System aufbauen kann und nicht bloß Traffic generiert.

4. DAOs fördern die kulturelle Atmosphäre einer Marken-Community

In der Entwicklung von Web3 stellen Kunst- und PFP-NFTs zwei typische Bewegungen dar, die durch Community-Bildung sowohl kulturelle Atmosphäre als auch Markthype erzeugen. Dank der narrativen Kraft von NFTs und der gemeinsamen Interessenlage der Community ist die Grundlage für kulturellen Konsens besser gesichert als in der Web2-Ära.

Die ökonomische Basis bestimmt den Überbau: DAOs gewährleisten eine verlässliche ökonomische Absicherung für die produktive Zusammenarbeit in der Community. Angemessene Governance-Rechte fördern wiederum die aktive Beteiligung der Mitglieder. Konkret für Marken bedeutet das: Aktivitäten wie Werbung für die Markenkultur, Mundpropaganda oder die Teilnahme an Veranstaltungen können community-basiert organisiert werden, wobei die Nutzer für ihr Engagement entsprechende Anreize erhalten.

04. Bedenken von Marken gegenüber DAOs

Umfragen unter zahlreichen Marken zeigen, dass folgende Bedenken weit verbreitet sind:

1. Das Paradoxon von Zentralisierung und Dezentralisierung

Es muss anerkannt werden, dass die Dezentralisierungsidee ein zentrales Konzept hinter DAOs ist. Daher lassen sich Web3-Ansätze für Marken grundsätzlich in zwei Richtungen unterscheiden: Erstens die vollständig community-getriebene, offene Entwicklung nativer Web3-Marken – wie etwa die Branding-Experimente in cc0-NFT-Communities. Zweitens die Web3-Exploration traditioneller Marken, die zwangsläufig einen kommerziellen Rechtsträger voraussetzt und daher einem „Web2.5“-Ansatz folgt. Diese beiden Wege stehen unterschiedlichen Werten gegenüber und geraten dadurch in Konflikt.

Mögliche Risiken sind dabei allgegenwärtig:

Könnten native Web3-Marken aufgrund ihrer extremen Dezentralisierung und lockeren Community-Struktur im hart umkämpften Markt langfristig nicht bestehen und sich dauerhaft am Rande bewegen?

Könnte der „Web2.5“-Ansatz etablierter Marken hingegen dazu führen, dass der kommerzielle Rechtsträger die Kerninteressen und Governance-Funktionen behält, wodurch die bottom-up-Motivation der Community schwach bleibt – mit der Folge, dass der Ansatz weder wirklich erfolgreich noch strategisch sinnvoll ist?

2. Die Globalität von DAOs versus regionale Markenpolitik

DAOs operieren auf der Grundlage von Blockchain-Netzwerken und Kryptomärkten – beide sind per se global und grenzenlos. DAOs sind daher von Natur aus für globale, offene Organisationen geeignet und bieten Marken einen natürlichen Vorteil beim Aufbau einer weltweiten Community. Für wirklich internationale Großmarken ist dieser globale Vorteil einer DAO derzeit jedoch schwer zu realisieren.

Der Grund liegt in den unterschiedlichen nationalen Regelungen: Die Haltung gegenüber Kryptowährungen ist weltweit uneinheitlich – einige Länder verbieten sie, andere sind offen, die Mehrzahl befindet sich in einer rechtlichen Grauzone. Um sich in einem Markt zu etablieren, muss sich eine Marke an die lokalen Gesetze halten. Dies bedeutet unterschiedliche regulatorische Rahmenbedingungen in verschiedenen Ländern – eine Komplexität, die den frühen Start einer DAO erschwert.

3. Bewusstsein für Datenhoheit versus kommerzieller Rechtsträger einer Marke

Die Förderung von Datensouveränität ist wohl die wichtigste Mission von Web3 in der gesamten Technologiegeschichte. In der bisherigen Entwicklung des Internets wurde den Nutzern dieses Bewusstsein jedoch nicht vermittelt, denn das kommerzielle Nutzen von Nutzerdaten bildet das zentrale Geschäftsmodell der Plattformökonomie. Ein Beispiel dafür sind Werbeempfehlungsalgorithmen, die Nutzerdaten kommerziell verwerten.

Aus Sicht des Wertkonzepts der Datensouveränität steht dies tatsächlich im Widerspruch zu den herkömmlichen Ansätzen der Markenbildung im Internet. Markeninhaber müssen daher Zeit investieren, um dieses Konzept zu verstehen und ihre Denkweise anzupassen. Dem Prinzip der Datensouveränität folgend, dürfen Marken nicht über die Nutzerdaten verfügen – diese müssen vielmehr an die Nutzer zurückgegeben werden. Für Marken als wirtschaftliche Akteure entsteht dadurch leicht der Eindruck, einen wertvollen Vermögenswert – die Kundendaten – zu verlieren.

05. Wie sollten Brand-DAOs entwickelt werden?

1. Mit einem Web2.5-Ansatz starten

Zusammenfassend lässt sich sagen: Weder die technischen Möglichkeiten von Web3 noch das derzeitige Verständnis der Markeninhaber erlauben es, Markenbildung und Marketing heute schon vollständig nach Web3-Prinzipien umzusetzen. Als disruptive Kraft kann sich Web3 in dieser Phase noch nicht flächendeckend durchsetzen. Für Markeninhaber bedeutet das: In der aktuellen Phase kann ein Web2.5-Ansatz verfolgt werden – eine Strategie, die Elemente von Web2 und Web3 kombiniert.

Auf regulatorischer Ebene kann beispielsweise auf Kryptowährungen verzichtet werden. Stattdessen kann ein Token als interne Community-Währung eingesetzt werden, die innerhalb der Gemeinschaft transferiert oder gesammelt wird, um Rechte einzulösen oder in Governance-Rechte umzuwandeln. Aus Sicht der Markeninhaber bleibt die Marke weiterhin die treibende Kraft: Es muss nicht zwingend ein gemeinsames Eigentums- und Governance-Modell gewählt werden. Stattdessen können gezielte, aufgabenbasierte Beteiligungsanreize gesetzt werden. Als Werkzeuge kommen sowohl klassische Internet-Tools als auch spezielle NFT-basierte Tools für die Verwaltung von Blockchain-Vermögenswerten infrage. Dabei sind eine ganzheitliche Konzeption und Gestaltung der Lösung sowie des Modells erforderlich – mit besonderem Fokus auf Compliance, Dateneigentum und geschäftliche Anwendungen von Blockchain-Daten.

Ein solches Geschäftsmodell bezeichnen wir als Web2.5.

2. DAO als Werkzeug zur Modernisierung des Mitgliedschaftssystems

Die meisten Marken verfügen bereits über ein Mitgliedschaftssystem. Ein DAO stellt in der gegenwärtigen Phase eine Modernisierung und Weiterentwicklung dieses Systems dar. Ein konkretes Beispiel ist Starbucks’ Odyssey-Programm, das im Grunde das bestehende Mitgliedschaftssystem mit Web3-Technologien aufwertet: Statt nur Punkte zu sammeln, können Mitglieder nun aktiv an der Co-Creation der Marke teilnehmen und dafür entsprechende Rechte erhalten. Starbucks betont ausdrücklich die gemeinsame Führung einer Community durch Marke, Partner und Nutzer – das ist die Zukunft moderner Mitgliedschaftssysteme.

3. Die monetäre Komponente abschwächen, die Vermögenskomponente stärken

Web3 ist nicht gleichbedeutend mit Kryptowährung. Der Fokus von Web3 liegt vielmehr auf Daten als Vermögenswert und nicht primär auf Finanzmitteln. Für Markeninhaber bedeutet das, den Wert von Datenvermögen hervorzuheben: Durch Web3 gelingt es Marken, Datenvermögen mit der Realwirtschaft zu verbinden. Offiziell ausgedrückt: Web3 fördert die Entwicklung der Realwirtschaft. Dabei handelt es sich nicht bloß um eine politisch opportune Formulierung, sondern um eine logische Folge der DAO-Funktionsweise: Als Organisationsform auf der Blockchain schaffen DAOs ein vertrauenswürdiges Netzwerk datenbasierter Beziehungen, verkürzen den Weg von der Produktion zum Konsum und steigern gleichzeitig die ökonomische Effizienz. Mit Web3 können wir traditionelle Märkte transformieren, um „gutes Geld“ zu fördern und „schlechtes Geld“ zu verdrängen – und nicht umgekehrt.

4. Die narrative Konsensbildung der Marke erfassen

Der zentrale Wert von Web3 ist Konsens. Daher spielt die narrative Gestaltung der Markenkommunikation eine entscheidende Rolle – was zugleich eine traditionelle Stärke von Marken ist und genau dort die natürliche Schnittstelle zwischen Marke und Web3 bildet. Die Marketingplanung einer Marke sollte wie die Konzeption eines Romans erfolgen: Es gilt, eine eigene Weltanschauung und Wertewelt für die Marke zu erschaffen. Jede Marketingaktion entspricht einem neuen Kapitel dieses Romans – und diese Kapitel müssen offen gestaltet sein, sodass die Nutzer aktiv daran mitwirken können. So entstehen in jeder Phase gemeinsam getragene Daten.

Jeder Beitrag eines Markennutzers gewinnt im Laufe der Erzählung kontinuierlich an Wert und verschafft ihm so mehr Datenvermögen. Dies folgt einer Bottom-up-Logik des „Geldes, das Geld verdient“ bzw. des Zinseszinses. Das DAO ist der entscheidende Mechanismus, um diesen Konsens zu bündeln und nutzbar zu machen.

Markeninhaber können mit DAOs breitere Konsensbildung erreichen und mehr treue Nutzer für den gemeinsamen Aufbau gewinnen. So lässt sich beispielsweise die emotionale Bindung zwischen Nutzer und Marke über ein DAO in ein „emotionales Buchhaltungssystem“ der Marke überführen. Der Einfluss von Markennutzern in sozialen Medien kann über DAO-Netzwerke und Einflussprotokolle als soziales Kapital definiert werden. Selbst bestimmte Nutzungsszenarien zwischen Nutzern und Markenprodukten können abstrahiert werden und zu Markensymbolen bzw. IPs werden – wie KFCs „Verrückter Donnerstag“.

Eine Marke aufzubauen bedeutet nicht automatisch, Waren zu verkaufen – doch um Waren zu verkaufen, braucht man eine Marke. Für Markeninhaber ist die Marke selbst das wertvollste Vermögen: Selbst ohne eigene Produktionskapazitäten können sie durch Lizenzverträge Gewinne erzielen. Daher besteht das Kerninteresse einer Marke darin, möglichst viele Markenvermögenswerte zu generieren. Die rechtliche Verknüpfung von DAO und NFT ermöglicht nicht nur die Vermögenswertbildung der Marke, sondern garantiert zugleich jedem Beitragenden das Eigentumsrecht an seinem Anteil. Nur so werden Verbraucher bereit sein, freiwillig zu Co-Creators der Marke zu werden – denn mit wachsendem Markenvermögen und zunehmendem Konsens steigen auch die Erträge der Co-Creator.

DAO ist daher das Trumpf-Ass beim Aufbau des Kernwerts von „Web3 + Marke“. Zugleich bietet das Web2.5-Modell von „Web3 + Marke“ dem DAO endlich einen echten „Killer-Use-Case“ im Konsumbereich. Der durch DAO und NFT ermöglichte Vermögensverkehr stellt einen „Dimensionssprung“ dar, dem traditionelle Marken mit reinen Web2-Marketingmethoden hilflos gegenüberstehen.

Dies entspricht den grundlegenden Gesetzmäßigkeiten menschlicher Entwicklung – und passt perfekt zu jenem berühmten Satz aus dem Roman „Die drei Sonnen“:

„Ich vernichte dich – das hat nichts mit dir zu tun.“