Am Nachmittag des 17. Juni 2025 fand im Rahmen des SuperAI-Gipfels in Singapur die Fachkonferenz „Die dezentrale Welt: Die revolutionäre Konvergenz von KI und Web3“ statt, die gemeinsam von 1783DAO und BroadChain veranstaltet wurde.

Im Fokus der Konferenz standen wegweisende Themen wie „verifizierbare Intelligenz“, „On-Chain-Identität“, „ZKML (Zero-Knowledge Machine Learning)“, „RWA“ und „KI-getriebene Finanzinnovation“. In zwei hochkarätigen Keynotes und zwei tiefgehenden Paneldiskussionen wurde umfassend beleuchtet, wie KI und Kryptotechnologie zunehmend verschmelzen – sowohl in Bezug auf aktuelle Branchendurchbrüche als auch auf künftige Entwicklungen.
[Keynote I] Jiaheng Zhang: Zero-Knowledge-Beweise als Fundament für vertrauenswürdige KI

Jiaheng Zhang, Assistenzprofessor an der National University of Singapore und Mitbegründer von Polyhedra Network, betonte in seinem Vortrag: Angesichts der wachsenden Komplexität moderner KI-Modelle wird es für Nutzer immer schwieriger, die Authentizität, Compliance und Vertrauenswürdigkeit von Modellausgaben zu überprüfen. Zero-Knowledge-Beweise (ZKP) bieten hier eine kryptografische „Trustless“-Lösung.
Er stellte insbesondere das zkML-Modul von Polyhedra vor, das es ermöglicht, die Rechtmäßigkeit einer KI-Ausgabe zu beweisen, ohne die interne Struktur des Modells oder die Eingabedaten preiszugeben. Damit wird „vertrauenswürdiges Schlussfolgern“ (Trusted Inference) realisiert, was besonders für sicherheitskritische Bereiche wie Finanzen und Gesundheitswesen relevant ist.
Zhang betonte: „KI-Dienstleister müssen für das Verhalten ihrer Modelle Verantwortung übernehmen – nicht die Nutzer, die blind vertrauen müssen.“ Künftig werden ZKP zudem einen „On-Chain-Vertrauenskreislauf“ für Rechte an Trainingsdaten, Aufzeichnungen von Modellaufrufen und Audits des Agentenverhaltens schaffen.
[Keynote II] Anthony Cargill: KI braucht „verifizierbare Intelligenz“, Web3 liefert die Vertrauensarchitektur

Anthony Cargill, Ökosystem-Verantwortlicher bei Polyhedra Network, hielt den Vortrag „KI + Web3: Zukunftsperspektiven und Chancen verifizierbarer Intelligenz“. Er wies darauf hin, dass KI bereits in Finanzen, Bildung und gesellschaftliche Governance eingedrungen sei – doch „nicht verifizierbare“ KI-Systeme bergen erhebliche Risiken.
„Autorisierung ohne Verifikation bedeutet Verantwortungsverweigerung“, so Cargill. Polyhedra entwickelt derzeit eine zugrundeliegende Infrastruktur auf Basis von ZKP, um sicherzustellen, dass jeder Aufruf eines KI-Modells und jede Inferenz mathematisch und kryptografisch „verifizierbar“ ist.
Anthony wies außerdem darauf hin, dass Web3 drei entscheidende Fähigkeiten bereitstellt, die für ZKP unverzichtbar sind: On-Chain-Anreizmechanismen, auditierbare Spuren und dezentrale Governance. Sein Appell an die Branche: „Nur wenn wir eine KI-Architektur etablieren, bei der menschlicher Konsens der Modellanpassung vorausgeht, kann Technologie wirklich Vertrauen und Freiheit fördern.“
[Panel I] KI × Web3: Von semantischer Kopplung zur grundlegenden Integration
Die erste Paneldiskussion unter Moderation von Allan, Gründer von Moledao, stand unter dem Kernthema „KI und Web3: Integration und Zukunft“ und konzentrierte sich auf KI-Agenten, On-Chain-Identitäten sowie vertrauenswürdige Datenmechanismen.

Anthony Cargill betonte, dass „Verifizierbarkeit“ das zentrale Merkmal der zugrundeliegenden Architektur bei der Fusion von KI und Web3 sei. Seiner Ansicht nach dürfe KI nicht zu einem neuen „Black Box“-System werden, sondern müsse durch Web3-Anreizmechanismen, Governance-Modelle und kryptografische Sicherheitsgarantien offene Zusammenarbeit und Sicherheit ermöglichen. „Verifizierbare Intelligenz (Verifiable Intelligence)“ werde daher die Grundlage künftiger KI-Systeme sein – nicht nur ein technologischer Fortschritt, sondern auch ein Wandel in Governance- und Vertrauensmechanismen.
Henry Lee, CMO von KITE AI, betonte, dass KI, falls sie nicht in die Transparenz- und Vertragslogik von Web3 integriert werde, lediglich „eine Ausdehnung zentralisierter Dienste“ darstelle. Die Intelligenzfähigkeiten von KI müssten institutionalisiert und strukturiert werden; andernfalls sei sie eher ein unregulierter „Superuser“ denn eine vertrauenswürdige Infrastruktur. „Web3 bietet Mechanismen, um Anreize, Beschränkungen und Vertrauensgrenzen für KI festzulegen – nicht einfach nur ein Black-Box-Modell mit Token zu verschönern.“
Dr. Jennifer Dodgson, Mitgründerin und Chief AI Officer von KIP Protocol, betrachtete die Fusion aus der Perspektive der Daten-Governance. Sie betonte, dass On-Chain-Identität und Datenhoheit die Voraussetzung dafür seien, individuelle Kontrolle über KI-Dienste zu gewährleisten. Web3-Token-Mechanismen und intelligente KI-Interaktionen passten ideal zusammen und könnten letztlich das Ziel einer „jeden Person gehörenden On-Chain-KI-Wirtschaft“ verwirklichen. Gleichzeitig unterstrich sie die Bedeutung weiblicher und vielfältiger Perspektiven in der technologischen Governance.
SANZHI, Ökosystem-Verantwortlicher bei amber.ac, wies darauf hin, dass die Einstiegshürden für Web3 nach wie vor hoch seien und normale Nutzer oft Schwierigkeiten hätten, komplexe Konzepte wie Wallets, Smart Contracts oder DAOs zu verstehen. „KI ist ein Beschleuniger für Bildung, Web3 ist der Weg zur Vermögensbildung aus Bildungsergebnissen.“ Indem Lernfortschritte On-Chain dokumentiert und belohnt würden, ermögliche KI nicht nur eine höhere kognitive Effizienz, sondern auch die Monetarisierung von Wissen.
Vanessa von 0G Labs APAC Growth betonte, dass große Sprachmodelle (LLMs) und KI-Anwendungen zunehmend zu zentralen Workloads im Web3-Bereich werden – traditionelle Blockchains seien jedoch für Echtzeit-Dateninteraktionen und massives Rechnen nicht optimiert.
Alle Diskussionsteilnehmer waren sich einig: Die Fusion von KI und Web3 darf nicht bei einer bloßen „Schlagwort-Kombination“ stehenbleiben, sondern muss auf Infrastruktur- und Mechanismenebene Verifizierbarkeit und Partizipation sicherstellen.
Bei der Diskussion über die Vorteile Asiens betonten die Teilnehmer, dass Singapur, Hongkong und andere Regionen durch regulatorische Flexibilität, Unternehmensgeist und transparente Politik ideale Bedingungen für experimentelle Überschneidungen zwischen Web3 und KI bieten.
Für das Jahr 2030 nannten die Teilnehmer konkrete Ziele wie „dezentrale, Open-Source-große Sprachmodelle“, „die wirtschaftlichen Rechte an KI-Assistenten liegen beim Einzelnen“ und „Märkte für On-Chain-Datenvermögen“, was die gemeinsame Erwartung an die KI×Web3-Transformation auf individueller und systemischer Ebene widerspiegelt.
[Panel II] RWA, PayFi und quantitative KI: Die praktische Umsetzung von Krypto im realen Leben
Die zweite Paneldiskussion wurde von Xinyi, Botschafterin von Moledao, moderiert und konzentrierte sich auf die integrative Anwendung von KI, RWA, PayFi und intelligenten quantitativen Robotern in realen Szenarien.

Alan von HF RealX betonte: „Gold ist einer der am besten für RWA geeigneten Vermögenswerte“, da es weltweit handelbar sei, von Zentralbanken transparent gehalten werde, geringe Volatilität aufweise und leicht auditierbar sei. Außerdem verglich er systematisch die regulatorischen Rahmenbedingungen für RWA in Singapur, Hongkong, Abu Dhabi und den USA.
Andrew von PayCrypto wies darauf hin, dass „KI-Agent + Krypto-Karte + Stablecoin“ ein geschlossenes Szenario für On-Chain-Zahlungen bilden werde, und schlug „Know Your Agent“ (KYA) als neues Regulierungsparadigma vor.
Helen von CBB erläuterte, wie quantitative Trading-Bots mithilfe von Strategien wie Trend-Grids und automatischen Gewinnmitnahmen Risiken in Bullen- und Bärenmärkten managen – bei einem verwalteten Vermögen von über 300 Millionen US-Dollar.
Duke, CTO von OpenEden, hob hervor, dass regulierte Vermögenswerte wie US-Staatsanleihen ideal für die Tokenisierung geeignet seien. Sein Team habe bereits Audit- und Onchain-Verifizierungsmechanismen in die Architektur ihrer RWA-Produkte integriert.
Sean von der National University of Singapore (NUS) betonte aus bildungspolitischer Perspektive: „AI + Web3 stellt junge Unternehmer vor Herausforderungen, eröffnet aber auch Chancen, bestehende Strukturen zu durchbrechen. Entscheidend ist nicht die Perfektion eines Projekts, sondern der Kompetenzzuwachs und die Einbindung in relevante Netzwerke.“
AI × Web3: Mehr als ein Buzzword – ein neues Paradigma
Von Kryptozahlungen bis zur Onchain-Governance, von AI Agents bis zu RWA: Die gemeinsam von 1783DAO und BroadChain organisierte Veranstaltung machte einen zunehmend klaren Trend sichtbar. KI agiert nicht länger isoliert, und Web3 ist keine technologische Insel mehr. Beide Technologien verstärken sich gegenseitig und bauen gemeinsam an einer „verifizierbaren, intelligenten Zukunftssgesellschaft“.
Zukünftige KI muss nicht nur „intelligent“, sondern zwingend auch „vertrauenswürdig“ sein. Web3 wird nicht nur „dezentral“, sondern muss zudem „konsensbasiert und verifizierbar“ werden.
Auf dem innovationsfreundlichen und regulatorisch flexiblen Boden Singapurs nimmt diese Konvergenzrevolution von AI und Web3 konkrete Formen an – eine Revolution, die Technologie, Vermögenswerte und gesellschaftliche Strukturen gleichermaßen umfasst.
Hintergrund zur Veranstaltung
Der Workshop „Die dezentrale Welt: Die revolutionäre Konvergenz von KI und Web3“ wurde von 1783DAO und BroadChain veranstaltet und zählte zu den bestbesuchten Side-Events der SuperAI, der größten KI-Konferenz Asiens im Jahr 2025. Die ausverkaufte Veranstaltung lockte Hunderte führender Teilnehmer aus aller Welt an, darunter KI-Experten, Web3-Gründer, Vertreter von Investmentfirmen und Wissenschaftler.
Ausgerichtet wurde der Workshop gemeinsam von Polyhedra Network, SeeGrowth und dem OGBC Innovation Hub. Mit einem starken Programm und hochaktuellen Themen standen insbesondere „AI Agents“, „Onchain-Identitäten“, „ZKML (Zero-Knowledge Machine Learning)“, „RWA“ sowie „KI-gestützte Onchain-Governance“ im Fokus intensiver Diskussionen.
Die Veranstaltung erhielt zudem breite Unterstützung von führenden Innovatoren aus Web3 und KI, darunter Moledao, KITE AI, KIP Protocol, amber.ac, 0G Labs, OpenEden, LOOP SPACE, HF RealX, PayCrypto, CBB Smart Quantitative Robots, Singapore Uni DAO sowie die NUS FinTech Society. Dies unterstreicht eindrucksvoll, dass die Fusion von KI und Web3 zu einem zentralen globalen Technologie- und Industriethema avanciert ist.
