BroadChain erfuhr, dass das Bundesgericht Australiens am 27. März eine Geldstrafe in Höhe von 10 Millionen Australischen Dollar (ca. 6,9 Millionen US-Dollar) gegen Binance Australia Derivatives Pty Ltd (auch bekannt als Oztures Trading Pty Ltd) verhängt hat. Der Grund: Das Unternehmen hatte zwischen Juli 2022 und April 2023 mehr als 85 % seiner lokalen Kunden fälschlicherweise als „Wholesale-Investoren“ eingestuft. Dadurch erhielten 524 Privatkunden Zugang zu hochriskanten Krypto-Derivaten, ohne den gesetzlich vorgeschriebenen Verbraucherschutz. Die Folge waren Handelsverluste von rund 8,66 Millionen Australischen Dollar (ca. 5,9 Millionen US-Dollar) sowie Kostenverluste in Höhe von 3,9 Millionen Australischen Dollar (ca. 2,7 Millionen US-Dollar).
Joe Longo, Vorsitzender der australischen Wertpapier- und Anlagekommission (ASIC), kritisierte, Binance habe keine grundlegenden Compliance-Prüfmechanismen implementiert und hunderte Anträge auf den Status als Wholesale-Investor fälschlich genehmigt. Laut einer gerichtlich eingereichten Sachverhaltsdarstellung räumte Binance selbst Mängel im Kunden-Onboarding ein: So konnten Antragsteller die erforderliche Qualifikationsprüfung beliebig oft wiederholen, bis sie bestanden war, und leitende Compliance-Mitarbeiter prüften die Antragsunterlagen nur unzureichend.
Binance gestand insgesamt sechs Verstöße ein. Dazu zählten das Unterlassen, Privatkunden ein verpflichtendes Produktinformationsblatt (Product Disclosure Statement) bereitzustellen, das Fehlen einer Zielmarktanalyse (Target Market Assessment) sowie der Aufbau eines nicht konformen internen Streitbeilegungssystems. Die nun verhängte Geldstrafe kommt zusätzlich zu einer bereits unter ASIC-Aufsicht geleisteten Kundenentschädigung von rund 13,1 Millionen Australischen Dollar (ca. 9 Millionen US-Dollar). Die australische Finanzdienstleistungslizenz der Einheit war bereits im April 2023 widerrufen worden.
