Laut einem Bericht von JPMorgan vom 27. März stehen Gold und Silber unter Druck. Gründe sind Kapitalabflüsse aus ETFs, eine Verschlechterung der Liquidität sowie eine Entschuldung institutioneller Anleger. Bitcoin hingegen zeigte sich widerstandsfähiger und verzeichnete relativ stabile Kapitalzuflüsse.
Den Daten zufolge verzeichneten Gold-ETFs in den ersten drei Märzwochen Nettoabflüsse von fast 11 Milliarden US-Dollar; auch die Mittel im Zusammenhang mit Silber zogen sich deutlich zurück. Steigende Zinssätze und ein stärkerer US-Dollar trugen zusätzlich zum Rückgang der Edelmetallpreise bei. Bitcoin-Fonds verzeichneten dagegen weiterhin Nettozuflüsse, und die Marktdynamik verbesserte sich schrittweise.
Bei der Preisentwicklung fiel Bitcoin zu Beginn der geopolitischen Konflikte zunächst gemeinsam mit anderen risikoreichen Vermögenswerten auf rund 60.000 US-Dollar. Anschließend stabilisierte sich der Kurs jedoch rasch und bewegt sich derzeit zwischen 68.000 und 70.000 US-Dollar. Dies deutet darauf hin, dass langfristiges Kapital nach der anfänglichen Panik wieder in den Markt zurückkehrte und den Preis stützte.
Auch bei den Positionierungs- und Dynamikdaten zeigt sich eine Divergenz: Die institutionellen Positionen in Gold- und Silber-Futures sind seit Jahresbeginn deutlich gesunken, während die Bitcoin-Futures-Positionen insgesamt stabil blieben. Trendfolge-Kapital hat sich bei Edelmetallen aus einem „überkauften“ Zustand auf ein Niveau unterhalb des Neutralpunkts zurückgezogen, was den Abwärtstrend verstärkte. Bitcoin hingegen erholte sich aus dem „überverkauften“ Bereich, wodurch der Verkaufsdruck nachließ.
Liquiditätsindikatoren zeigen, dass die Marktbreite von Gold bereits unter das Niveau von Bitcoin gefallen ist, während die Liquidität von Silber weiter nachgab. JPMorgan ist der Ansicht, dass dieser Wandel verdeutlicht, wie sich Bitcoin in der aktuellen makroökonomischen und geopolitischen Umgebung zunehmend von traditionellen Safe-Haven-Assets unterscheidet.
