Wie BroadChain erfahren hat, hat Kraken Financial, die Bankabteilung der Kryptobörse Kraken, am 5. März die Genehmigung für ein sogenanntes „Master Account“ von der US-Notenbank (Federal Reserve) erhalten. Damit ist das Unternehmen laut einem Bericht des Wall Street Journal das erste Krypto-Unternehmen, das in das zentrale Zahlungssystem der Fed integriert wurde. Kraken Financial kann nun dieselben Zahlungskanäle nutzen wie Tausende von Banken und Kreditgenossenschaften.
Durch dieses Konto erhält Kraken Financial direkten Zugang zum Interbanken-Zahlungssystem Fedwire der Federal Reserve, das täglich Überweisungen im Wert von über vier Billionen US-Dollar abwickelt. Bislang war die Abteilung für Geldtransfers auf Zwischenbanken angewiesen.
Kraken Financial verfügt über eine spezielle Banklizenz des Bundesstaates Wyoming, die ausschließlich für Krypto-Unternehmen gilt. Die nun erteilte Genehmigung umfasst allerdings nur ein eingeschränktes Master Account, das nicht alle Bankdienstleistungen beinhaltet – beispielsweise kann Kraken damit keine Reserven bei der Fed halten, um Zinsen zu erwirtschaften.
Arjun Sethi, Co-CEO von Kraken, erklärte, dieser Schritt werde die Zuverlässigkeit und Effizienz von Ein- und Auszahlungen in Fiatwährung auf dem Markt für digitale Vermögenswerte verbessern.
Branchenverbände übten jedoch Kritik an der Entscheidung. Paige Pidano Paridon, Co-Leiterin für Regulierungsfragen beim Bank Policy Institute, bemängelte mangelnde Transparenz sowohl im Genehmigungsprozess als auch bei den getroffenen Risikominderungsmaßnahmen.
Kraken wurde im Jahr 2011 gegründet und schloss im November 2025 eine Finanzierungsrunde mit einer Bewertung von 20 Milliarden US-Dollar ab. Das Unternehmen hat bereits einen Börsengang (IPO) angekündigt.
