Autor: Zen, PANews
Als eines der meistbeachteten KI-nativen Layer-1-Projekte des Jahres hat Sahara AI seit seinem Launch großes Aufsehen erregt. Die begeisterte Beteiligung führender Investoren, eine 8,7-fache Überzeichnung bei BuidlPad und das direkte Listing an mehreren Top-Börsen am Starttag – darunter eine herausragende Performance auf der südkoreanischen Plattform Upbit, wo das Handelsvolumen zeitweise den zweiten Platz nach BTC und XRP belegte – zeigen deutlich, welche hohen Erwartungen der Markt an das Projekt stellt und wie groß die Anerkennung ist.
Sahara ist nicht nur ein bedeutender Vertreter im Bereich KI × Web3, sondern entwickelt sich auch zu einem zentralen Referenzpunkt innerhalb des neuen Infrastruktur-Narrativs. Für dieses exklusive Interview haben wir daher Tyler, Mitbegründer von Sahara AI, eingeladen, um die dringendsten Fragen der Community ausführlich zu beantworten.
KI × Web3 muss auf echten Bedürfnissen basieren
PANews: Viele wissen, dass Sahara ein dezentrales KI-Projekt mit einem erstklassigen Team ist, das insgesamt 43 Millionen US-Dollar von Top-Investoren wie Polychain, Binance Labs und Pantera Capital eingesammelt hat. Der Token-Start wurde zudem von globalen Top-Börsen wie Binance, OKX und Upbit unterstützt. Was ist Ihrer Meinung nach der Hauptgrund dafür, dass Sahara so viel Anerkennung und Unterstützung erfährt?
Tyler: Ich glaube, Sahara hat es bis heute nicht dank kurzfristiger Aufmerksamkeit oder Kapitalzuflüssen geschafft, sondern weil wir von Anfang an ein echtes, strukturelles Bedürfnis adressiert haben.
Wir stellen uns ständig die Frage: Wenn KI eine unvermeidliche Zukunft ist, wie muss dann ihre Infrastruktur aussehen? Wer baut sie? Und wer darf teilhaben? Die meisten heutigen KI-Projekte agieren noch auf der Anwendungsebene und fragen sich, wie sich KI in Web3 integrieren lässt. Sahara hingegen möchte ein grundlegenderes Problem lösen: Kann Web3 als Einstiegspunkt und Mechanismus zur Wertverteilung in der KI-Ära dienen?
Saharas Antwort lautet: Ja, nicht nur können wir das, sondern jemand muss es auch tun.
Die Wertverteilung in der KI darf nicht dauerhaft in den Händen weniger großer Modellplattformen bleiben. Wenn KI tatsächlich zu einer Infrastruktur wie das Internet wird, brauchen wir eine offenere, fairere und nachhaltigere Architektur. Genau das treibt Sahara voran: die Lösung eines strukturellen Problems, das früher oder später ohnehin gelöst werden muss.
Wir „integrieren nicht einfach etwas KI in Web3“, sondern bauen von Grund auf eine vollständige, systemische Betriebsplattform speziell für KI. Mit einer Blockchain-basierten Architektur ermöglichen wir die Rechteerfassung, Nutzung und Gewinnverteilung von KI – und wandeln so ein System, das bisher auf geschlossenen großen Modellplattformen läuft, in ein neues Netzwerk um, an dem jeder teilnehmen, mitbauen und profitieren kann.
Deshalb konnten wir als bislang einziges KI-Layer-1-Projekt gleichzeitig an OKX, Binance, Upbit und Bithumb gelistet werden. Nicht, weil wir gerade im richtigen Wind segeln, sondern weil wir tatsächlich schwierige, aber notwendige Arbeit auf der Infrastrukturebene leisten.
PANews: Es gibt bereits zahlreiche KI-Projekte auf dem Markt. Worin unterscheidet sich Sahara in seiner Positionierung und strategischen Ausrichtung von diesen? Was ist Ihrer Meinung nach die größte Stärke beziehungsweise der entscheidende Wettbewerbsvorteil von Sahara im Web3-KI-Sektor?
Tyler: Viele Projekte nutzen Web3 lediglich als Finanzierungsquelle und KI als Marketing-Highlight – unser Ausgangspunkt war jedoch von Anfang an ein anderer. Wir fragen uns ernsthaft: Da KI gerade zu einem neuen technologischen Paradigma wird, welche Rolle kann Web3 dabei spielen?
Zur Frage, wie Web3 die KI-Entwicklung unterstützen kann: Ich glaube vielmehr, dass Web3 erst durch die Integration von KI seine wahre Form annehmen kann.
Wir investieren enorme Ressourcen in die Erforschung der Funktionsweise von KI: Wie werden Modelle trainiert? Wie werden Daten abgerufen? Und wie fließt der generierte Wert an die Beitragenden zurück? Sobald wir diese Fragen miteinander verknüpfen, erkennen wir eine Realität: Dem aktuellen Web3 fehlt ein echtes, zugrundeliegendes System, das KI-Zusammenarbeit wirklich tragen kann.
Daher beginnen wir ganz von vorne und entwerfen ein vollständiges System für den Lebenszyklus von „Daten → Modell → Agent → Ertrag“. Jede Phase ermöglicht Rechteerfassung, Abruf, Nachweisbarkeit und Gewinnverteilung – sämtliche Wertströme lassen sich klar über die Blockchain nachverfolgen und gezielt steuern.
Das ist vergleichbar mit einem „universellen Betriebssystem“, auf dem KI-Entwickler, Beitragende und Nutzer hochfrequent zusammenarbeiten können. Und dieses System bleibt keine theoretische Architekturzeichnung – wir haben es nativ in unsere eigene L1-Blockchain integriert, um von Anfang an Hochfrequenz-Aufrufe und komplexe Interaktionen im KI-Umfeld zu unterstützen.
Um es bildlich zu sagen: Ethereum ermöglichte uns, ein Finanzsystem frei zu entwickeln – von Wallets und DEX bis hin zu Governance-Protokollen, alles on-chain. Sahara tut Ähnliches – allerdings nicht für Finanzanlagen, sondern indem wir die gesamte KI-Wertschöpfungskette auf die Blockchain verlagern. Unser strategischer Fokus ist klar: Sahara soll die Web3-Infrastruktur der KI-Ära werden. Das ist unsere Positionierung – und zugleich unser entscheidender Wettbewerbsvorteil in diesem Sektor.
Über 1,4 Millionen tägliche aktive Nutzer – KI-Zusammenarbeit ist keine leere Phrase
PANews: Die Performance des SIWA-Testnetzes war beeindruckend: Die Anzahl der Konten überschritt bereits 3,2 Millionen, und es gab deutliche Verbesserungen bei Datenannotation, Aufgabenabschlussrate und Genauigkeit. Wie bewerten Sie diese Zwischenergebnisse im Hinblick auf Saharas Ziel, eine dezentrale KI-Infrastruktur aufzubauen?
Tyler: Für uns ist SIWA weit mehr als nur ein „Testnetz“ – es ist eine systematische Validierung: Lässt sich unser gesamtes Konzept einer KI-Zusammenarbeit auf der Blockchain überhaupt realisieren? Die Antwort lautet: Ja – und sogar besser als erwartet.
Derzeit verfügt SIWA bereits über mehr als 3,2 Millionen Wallets und 1,4 Millionen tägliche aktive Nutzer. Am spannendsten ist jedoch, dass diese Nutzer tatsächlich aktiv mitarbeiten – etwa 200.000 Community-Mitglieder führen Datenannotationen, Verifikationen und Interaktionen direkt auf der Blockchain durch. Zudem warten bereits mehrere Millionen Menschen auf die Aufnahme in die Warteliste. Damit zeichnen sich bereits die ersten Konturen eines funktionierenden Netzwerks für die Zusammenarbeit rund um KI-Ressourcen ab.
Dies bestätigt auch eine zentrale Einschätzung: KI-Zusammenarbeit ist keine leere Phrase, sondern ein bereits existierendes, bisher jedoch unzureichend unterstütztes echtes Bedürfnis. Der größte Mehrwert von Web3 liegt darin, neue Ordnungsstrukturen für solche komplexen, mehrstufigen und hochfrequenten Kooperationen zwischen verschiedenen Akteuren bereitzustellen.
Wenn SIWA also der erste Schritt zur Validierung unserer Fähigkeit zur Blockchain-basierten Zusammenarbeit war, dann markiert der nächste Schritt den entscheidenden Meilenstein, um den gesamten KI-Wertkreislauf endgültig „durchzuspielen“: Ende Juni haben wir gerade die öffentliche Beta-Version unseres AI Agent Builder sowie des AI Marketplace gestartet – einer Plattform, auf der jeder Nutzer eigene KI-Agenten erstellen und veröffentlichen kann, und einer anderen, auf der diese Agenten tatsächlich genutzt, lizenziert und monetarisiert werden können.
Man kann dies als erste Version eines App Stores und eines Wirtschaftssystems für dezentrale KI betrachten. Die Basis dafür bildet die gesamte chain-native Architektur, die Sahara aufgebaut hat. In Zukunft werden wir weitere Funktionen wie Gewinnverteilung, On-Chain-Aufgabenaufrufe und kombinierte Transaktionen integrieren, damit das gesamte System nicht nur funktioniert, sondern auch langfristig nachhaltig läuft.
Für uns sind diese Erfolge daher nicht bloß „zwischenzeitliche Meilensteine“, sondern vielmehr der erste überzeugende Beweis dafür, dass dezentrale KI tatsächlich machbar ist. Wir möchten es jedem ermöglichen, an KI teilzuhaben, zu KI beizutragen und dabei echten Mehrwert zu schaffen. Und genau das macht Sahara gerade Wirklichkeit.
PANews: Sahara bietet im Vergleich zu anderen Public Chains eine breite Palette an Produkten und weist zudem eine sehr gute Product-Market-Fit auf. Viele bezeichnen Saharas dreischichtige Architektur als neuartigen Ansatz für eine „KI-native Chain“. Könnten Sie uns erläutern, wie diese Architektur die Plattform schrittweise in Bezug auf Leistung, Governance und Ökosystem weiterentwickelt? Und wo würde sich ihre Skalierbarkeit konkret zeigen, falls KI-Agenten massenhaft auf die Blockchain migrieren oder KI-Anwendungen stark zunehmen?
Tyler: KI ist per se ein stark kooperationsorientiertes System, das auf einem modularen, kompositionellen Entwicklungsansatz beruht. Sie lässt sich nicht einfach wie ein Smart Contract bereitstellen und sofort ausführen – vielmehr umfasst sie einen ganzen Komplex an Operationen: Datenerfassung, Modelltraining, Inferenzaufrufe sowie Gewinnverfolgung. Darüber hinaus müssen hinter diesen Operationen Rechteklarheit, Datenschutz und die Zusammenarbeit mehrerer Akteure gewährleistet sein – was hohe Anforderungen an Leistungsfähigkeit, Komponierbarkeit und Verifizierbarkeit der zugrundeliegenden Blockchain stellt.
Daher haben wir eine dreischichtige Architektur entwickelt: die unterste Schicht ist die „Infrastrukturschicht“, darüber folgt die „Anwendungsschicht“ und ganz oben befindet sich die „Ökosystem-Koordinierungsschicht“.
Die Infrastrukturschicht bildet unsere Main Chain, ergänzt durch TEE (Trusted Execution Environment) und On-Chain-Verträge. Damit werden Daten, Modelle und Agenten vollständig registriert und rechtlich abgesichert, während gleichzeitig Privatsphäre und Sicherheit bei deren Aufruf garantiert bleiben. Man kann sich dies als eine „vertrauenswürdige Registrierungsstelle + Betriebssystem“ vorstellen, die die grundlegenden Fragen klärt: Wem gehören KI-Ressourcen eigentlich? Wie dürfen sie genutzt werden? Und wie erfolgt die Gewinnverteilung?
Die Anwendungsschicht ist derzeit der am schnellsten voranschreitende Bereich. Hier befinden sich der AI Agent Builder, die Data Service Platform und der AI Marketplace. Entwickler können Daten hochladen, Modelle erstellen und trainieren – sogar direkt Komponenten anderer Nutzer kombinieren, um neue Funktionen zu realisieren – und anschließend ihre Produkte auf dem Markt handeln, nutzen oder monetarisieren. Dieser Teil wurde äußerst „pragmatisch“ gestaltet: Unser Ziel ist es, Entwicklern zu ermöglichen, innerhalb kürzester Zeit von Null auf Eins einen funktionsfähigen Agenten zu bauen – ohne sich mit zahlreichen Werkzeugen herumschlagen zu müssen.
Die Ökosystem-Koordinierungsschicht ist der visionärste Teil unseres Konzepts und zugleich die Quelle unseres Netzwerkeffekts. Sie ist nicht nur technischer Natur, sondern fungiert auch als Verbindungsmechanismus. Web3-Protokolle, Web2-Anwendungen, Rechenleistungsanbieter sowie KI-Inhaltscreators können über standardisierte Schnittstellen in Sahara integriert werden. Jeder Akteur übernimmt seine spezifische Rolle und teilt sich die Erträge – so entsteht ein sich selbst tragendes KI-Kooperations-Ökosystem. Kurz gesagt: Diese Schicht ebnet den Weg für das gesamte Ökosystem.
Zurück zur Frage nach der „Skalierbarkeit von Sahara“: Wir glauben, dass sämtliche zukünftigen KI-Anwendungen – ob aus dem Web2- oder Web3-Umfeld – letztlich eine Blockchain benötigen werden, um Assets zu registrieren, zu verfolgen und abzurechnen. Je mehr Anwendungen genutzt und je komplexer deren Kombination wird, desto größer wird der Wert von Sahara. Unser Ziel war es von Anfang an nie, lediglich eine einzelne Anwendung zu unterstützen, sondern vielmehr ein komplettes KI-Netzwerk zum Laufen zu bringen. Stellen Sie sich uns daher als das „Betriebssystem der KI-Welt“ vor: Jeder kann darauf Modelle bauen, kombinieren und ausführen – und letztlich auch daran partizipieren. Ein solches System gewinnt mit zunehmender Nutzung an Fahrt und wird immer leistungsfähiger. Heute stehen wir erst am Anfang – doch bereits jetzt zeichnen sich erste Phänomene ab: Immer mehr KI-Entwickler, Modellplattformen und sogar traditionelle Unternehmen mit datenbasierten Geschäftsmodellen bauen über Sahara ihre eigenen On-Chain-KI-Produkte – und schaffen damit einen echten Zinseszins-Effekt.
Wir sehen nicht bloß kurzfristiges Nutzerwachstum, sondern die langfristige Abhängigkeit der gesamten KI-Branche von einer Blockchain – und wollen dafür nun die Grundlage legen.
Nächster Schritt: Aufbau eines wirklich „nutzbaren KI-Kooperationsnetzwerks“
PANews: In den nächsten drei bis sechs Monaten interessiert alle besonders, welche neuen Produkte oder Partnerschaften Sahara vorstellen wird, um die entscheidenden Fortschritte auf dem Weg zur dezentralen KI sichtbar zu machen. Können Sie uns schon einige Highlights verraten, auf die wir uns freuen dürfen?
Tyler: Unsere Prioritäten in den kommenden Monaten sind klar definiert: Produktentwicklung, Partnerschaften und Mainnet-Launch – Schritt für Schritt, um dieses System tatsächlich zum Laufen zu bringen und ein wirklich „nutzbares KI-Kooperationsnetzwerk“ aufzubauen.
Lassen Sie mich zwei Kernmodule vorstellen, die wir bereits Ende Juni live geschaltet haben: den AI Agent Builder und den AI Marketplace. Nutzer können hier Agenten ohne Programmierkenntnisse erstellen – einfach durch Drag-and-Drop von Komponenten und Aufruf von Modellen – alles vollständig On-Chain. Es ist nicht mehr nötig, externe Plattformen wie GitHub oder Hugging Face zu besuchen, um Daten oder Modelle herunterzuladen: Wir haben Datensätze und Open-Source-Modelle bereits modularisiert und nahtlos integriert. Kurz gesagt: Wer heute eine KI-Anwendung bauen möchte, kann dies direkt über Sahara tun.
Dies ist erst der Anfang. Im Juli geht es darum, das System endgültig „durchzuspielen“. Der wichtigste Meilenstein ist die Einführung des Monetarisierungsmechanismus: Modellaufrufe, API-Lizenzen, Gewinnverteilung sowie License-NFTs werden in diesem Monat verfügbar sein. So können Nutzer KI-Assets nutzen und durch Interaktionen Einkommen generieren. Dies ist insbesondere für frühe Investoren in KI-Anwendungen der entscheidende nächste Schritt: Wie verwandeln sich Modelle und Daten in handelbare Assets? Wie zirkulieren sie innerhalb des Ökosystems?
Gleichzeitig öffnen wir unsere Data Service Platform (DSP) vom Whitelist-Modus in eine vollständige Public Beta – jeder kann daran teilnehmen. Damit beginnt die Phase, in der jeder Nutzer auf Sahara aktiv mitbauen und profitieren kann.
Im Herbst startet dann unser Mainnet – und damit wird das gesamte Wirtschaftssystem offiziell abgeschlossen. Alle Aktionen – Asset-Registrierung, Modellaufrufe, Gewinnausschüttung und Nutzerinteraktionen – werden fortan vollständig On-Chain protokolliert. $SAHARA wird in diesem Prozess offiziell „aktiviert“ und fungiert als zentrales Asset für den Aufruf von KI-Assets, Zahlung von Gebühren, passive Lizenzgewinne sowie Teilnahme an der Plattform-Governance.
Neben den Produkten werden wir zudem sukzessive weitere Ökosystem-Partnerschaften bekanntgeben – darunter die Bereitstellung offener APIs für weitere KI-Tools, Integrationen mit Tool-Plattformen zur Ein- und Ausgabe von Daten sowie zur Modellzirkulation und die Einbindung weiterer Unternehmenspartner für Daten- und Modellkooperationen. Man kann sich vorstellen, dass Sahara sich zunehmend von einer reinen Technologieplattform zu einem dynamisch wachsenden, neuen KI-Kooperations-Ökosystem entwickelt.
Wir transformieren Sahara gerade von einer „Chain + Plattform“ hin zu einem umfassenden System, das tatsächlich ein gesamtes KI-Entwicklungs-Ökosystem stützen kann. In Zukunft werden immer mehr Akteure in diesem System ihre Rolle finden: Entwickler, Datenannotatoren, Modellautoren, Plattformintegratoren und KI-Nutzer – wir bauen für all diese Gruppen die Strukturen für Zusammenarbeit und Gewinnverteilung.
PANews: Sahara betont stets die Rechtsklarheit von Daten und deren Vermögenswertcharakter. Wie wird der Wert von Daten auf der Blockchain in Zukunft konkret freigesetzt? Wird dies womöglich zu einem zentralen Hebel für Saharas Geschäftsmodell? Und wie unterscheidet sich Sahara von zahlreichen anderen Projekten, die ebenfalls auf Datenrechte und -vermögenswertbildung fokussieren?
Tyler: Wir glauben fest daran, dass Daten kein „Einmal-Verbrauchsprodukt“ sind, sondern kontinuierlich Wert generierende Vermögenswerte. Genau wie Immobilien vermietet oder Werke lizenziert werden können, lassen sich auch Daten wiederholt aufrufen, kombinieren, zur Schulung neuer Modelle oder Agenten verwenden.
Unser Ziel ist es, nicht nur die Rechtsklarheit von Daten sicherzustellen, sondern vor allem deren tatsächliche Nutzung und kontinuierliche Monetarisierung zu ermöglichen. Ein Datensatz, den ein Nutzer hochlädt, wird nicht nach einmaliger Verwendung verworfen, sondern kann immer wieder aufgerufen, in Trainingsprozesse eingebunden oder für neue Zwecke synthetisiert werden – sogar von anderen Entwicklern für eigene Kombinationen genutzt werden. Wenn all diese Aktivitäten auf der Blockchain stattfinden, können sämtliche Nutzungswege lückenlos nachvollzogen und Gewinne automatisch verteilt werden. Damit geht es nicht mehr nur um Rechtsklarheit, sondern um die Schaffung einer echten, fließenden „Datenwirtschaft“.
Unsere Data Service Platform (DSP) ist der Einstiegspunkt in dieses System. Sie ermöglicht es Ihnen nicht nur, an Aufgaben teilzunehmen und Belohnungen zu erhalten, sondern vor allem, Ihre Daten in ein wirklich nachverfolgbares, wiederverwendbares und autorisierbares Asset auf der Blockchain zu verwandeln. Dank unserer nativen Chain und der Logik der Aufrufschicht bleibt zudem die gesamte Nutzungshistorie dieser Daten vollständig erhalten.
Worin unterscheiden wir uns also von anderen Projekten zur Datenrechtevergabe? Während andere sich hauptsächlich auf das „Eigentumsrecht“ konzentrieren, kümmern wir uns um das „Nutzungsrecht“ und den „Monetarisierungsweg“. Ihr Ziel ist es, zu klären, „Wem gehören diese Daten?“. Unser Ziel hingegen lautet: „Wie machen wir diese Daten wertvoll – und halten diesen Wert langfristig aufrecht?“
Genau hier sehen wir auch das größte Potenzial für kommerzielle Anwendungen. Für Unternehmenskunden bedeutet das: Sie müssen nicht mehr Daten über fünf Plattformen und sieben verschiedene Tools hinweg zusammensuchen – wir bieten eine One-Stop-Lösung für Anbindung, Preisgestaltung und Lizenzierung. Für Privatnutzer werden Daten nicht länger bloß „verbraucht“, sondern können kontinuierlich Einkommen generieren. Sobald dieses System einmal läuft, wird es zum stabilsten Wachstumsmotor unseres gesamten Ökosystems.
Daher sage ich oft: Daten sind nicht nur der „Einstiegspunkt“ für Sahara, sondern die Grundlage unseres Geschäftsmodells. Sie bilden die zugrundeliegende Logik, die es uns ermöglicht, ein KI-Ökosystem langfristig aufzubauen – und stellen zudem einen unserer zentralen Wettbewerbsvorteile gegenüber anderen Web3-KI-Projekten dar.
Nachhaltige Anreize: „Reale Nutzung“ als Treiber des Wertkreislaufs
PANews: Derzeit besteht die größte Marktbesorgnis bezüglich der Anreizmechanismen darin, ob das ökonomische Design nach dem Token Generation Event (TGE) langfristig tragfähig und motivierend ist. Wie gestaltet Sahara daher ihr ökonomisches System und ihre Anreizmechanismen, damit es dauerhaft funktioniert und sowohl Nutzer als auch Projekt langfristig profitieren?
Tyler: Diese Frage stellt sich praktisch allen Web3-Projekten. Zu Beginn lockt man Nutzer mit Subventionen an – sobald die erste Begeisterung abflaut, verlassen sie jedoch wieder das Projekt. Saharas Ansatz ist dabei erstaunlich simpel: Wir verzichten auf künstlich erzeugte Blütephasen und kehren stattdessen zur „realen Nutzung“ zurück. Der Ausgangspunkt für unser Anreizdesign lautet: Wenn niemand das System nutzt, entsteht kein Wert. Doch solange es tatsächlich genutzt wird, muss es auch stetige Erträge für die Beteiligten geben.
Daher stammen unsere Anreize direkt aus der Nutzung und der Leistung. Unsere Nutzerrollen sind vielfältig: gewöhnliche Nutzer, Datenbeitragende, Agent-Entwickler, Unternehmen und Modellentwickler – jede Gruppe findet innerhalb unseres Ökosystems ihren Platz und kann nicht nur nutzen, sondern auch Gewinne erzielen.
So können beispielsweise gewöhnliche Nutzer direkt an Datenauszeichnungsaufgaben teilnehmen, KI-Agenten testen oder Community-Inhalte erstellen. Dies ist keine bloße „Leaderboard-Subvention“ zur Generierung von Traffic, sondern echte, wertvolle Aktivitäten, die dem Plattformbetrieb Daten, Nutzerfeedback und Inhalte liefern. Jede wertvolle Handlung wird vom System registriert und führt automatisch zu Erträgen.
Für Entwickler bieten wir hingegen eine komplette Toolchain. Sie können Modelle hochladen, bereitstellen, Gewinnbeteiligungen festlegen und diese dann im Marketplace lizenzieren – um so laufende Einnahmen zu generieren. Zudem können hochgeladene Inhalte von anderen wiederverwendet werden, was zusätzliche Verzinsungseffekte erzeugt. Darüber hinaus gibt es noch Unternehmensnutzer und Anbieter von Rechenleistung – diese eher B2B-orientierten Rollen finden ebenfalls ihren eigenen geschäftlichen Raum.
Besonders ist, dass eine Person mehrere Rollen gleichzeitig übernehmen kann: Sie kann sowohl Datenbeitragender als auch Deployer von KI-Assets sein – und sogar andere Nutzer dazu bewegen, Ihr Modell zu verwenden. Je mehr Sie tun, desto vielfältiger werden Ihre Rollen – und desto breiter gestreut sind Ihre Erträge. Diese „komplexe Identität“ mit diversifizierten Ertragsquellen ist ein zentrales Element unseres Designs für langfristige Nachhaltigkeit.
Letztendlich wollen wir erreichen, dass jeder reale Aufruf, jeder Handel und jede Zusammenarbeit automatisch eine Wertrückzahlung auslöst. Solange das System aktiv genutzt wird, fließen auch die Anreize weiter. Dieses Prinzip beruht nicht auf Subventionen zur Aufrechterhaltung kurzfristiger Aufmerksamkeit, sondern auf einer positiven Rückkopplungsschleife innerhalb des Ökosystems selbst. Wir halten dies für den derzeit machbarsten und gesündesten Weg, Web3 und KI miteinander zu verbinden.
PANews: Wie sehen Sie die zukünftige Beziehung zwischen AI Layer 1 und traditionellen Public Chains hinsichtlich ihrer jeweiligen ökologischen Nischen? Ist Sahara dabei eine ergänzende Komponente, eine Neugestaltung bestehender Strukturen – oder schafft sie eine völlig neue Sparte?
Tyler: Wir betrachten AI Layer 1 und traditionelle Public Chains nicht als Konkurrenten, sondern als kooperativ-evolutionäre Systeme, die jeweils unterschiedliche Aufgaben übernehmen. Traditionelle Public Chains sind hervorragend geeignet für Finanztransaktionen, DeFi und NFTs – also für allgemeine digitale Vermögenswerte. AI Layer 1 hingegen wurde speziell für ein klares, vorhersehbares und riesiges Anwendungsgebiet geschaffen: die Rechtevergabe, Anreizgestaltung, den Handel und die Zusammenarbeit rund um KI-Vermögenswerte.
Die Vermögensformen und Betriebsweisen von KI unterscheiden sich fundamental von traditionellen Krypto-Assets: Sie umfassen nicht nur Daten, Modelle und Agenten als dynamische Assets, sondern auch große Mengen an Laufzeit-Aufrufprotokollen, Verhaltenslogs und Kooperationslogiken. All diese Informationen benötigen eine strukturierte, vertrauenswürdige und nachhaltig anreizbasierte native Blockchain-Umgebung, um sicher und effizient gehandhabt zu werden. Wir wollen nicht mit traditionellen Public Chains „konkurrieren“, sondern vielmehr eine Plattform aufbauen, die es Datenbeitragenden, Modellentwicklern, Agent-Erstellern, Rechenleistungsanbietern und Endnutzern ermöglicht, organisch zusammenzuarbeiten – dort, wo bestehende Systeme diese Anforderungen nicht mehr erfüllen können.
Natürlich ist die Komplexität dieses Systems extrem hoch – weit höher als bei bestehenden Public Chains: Es muss Datenschutz gewährleisten, gleichzeitig aber auch Verifizierbarkeit ermöglichen; komplexe Interaktionslogiken unterstützen, ohne dabei an Ausführungseffizienz einzubüßen; und jedem Teilnehmer klare Wege für Gewinnbeteiligung und Rechtevergabe bieten. All dies stellt enorme Herausforderungen dar – doch wir glauben fest daran, dass diese Aufgabe es wert ist, angegangen zu werden – und dass jemand sie unbedingt übernehmen muss.
In diesem Sinne ist Sahara weder eine „ergänzende Komponente“, noch allein eine „Neugestaltung“ – vielmehr treiben wir ein neues Systemparadigma voran: die AI-native Blockchain. Sie ist keine bloße Erweiterung eines bestehenden Marktes, sondern schafft die Infrastruktur für ein völlig neues Netzwerk der Zusammenarbeit. Wir möchten, dass dieses Netzwerk offen, gemeinschaftlich entwickelt, cross-chain-fähig und für jeden zugänglich ist – und dass es einen kontinuierlichen, positiven Kreislauf ermöglicht.
PANews: Als führendes Projekt im Bereich Web3 AI – wie bewerten Sie die zukünftige Entwicklung dieses gesamten Sektors? Was sehen Sie als größte Chancen und Herausforderungen?
Tyler: KI befindet sich rasch im Übergang von einem Spezialwerkzeug hin zu einem integralen Bestandteil des täglichen Lebens jedes Einzelnen. Genau wie einst das Internet und Smartphones sind sie heute bereits unverzichtbare Infrastrukturen – und wir glauben fest daran, dass künftig jeder Mensch sein eigenes KI-Modell oder seinen eigenen KI-Agenten besitzen wird, um alltägliche Aufgaben zu bewältigen. Damit wird KI zu einem notwendigen Werkzeug unseres Lebens – dies ist unsere klarste und überzeugendste Prognose.
Um diese Vision jedoch wirklich zu verwirklichen, müssen drei zentrale Herausforderungen gelöst werden: Erstens, wie KI von Einzelpersonen kontrolliert und bereitgestellt werden kann; zweitens, wie Datenschutz und Transparenz während der Dateninteraktion gewährleistet werden; und drittens, wie ein faires, offenes und nachhaltiges ökonomisches System aufgebaut wird.
Genau diese drei Punkte stehen im Fokus unserer Arbeit bei Sahara. Wir bauen nicht einfach nur eine Toolbox, sondern ein zukunftsorientiertes Betriebssystem – um allen Nutzern, Entwicklern, Forschern und Unternehmen die Möglichkeit zu geben, KI zu erstellen, zu nutzen und daraus Nutzen zu ziehen. Wir glauben, dass die größte Chance von Web3 + KI darin liegt, eine völlig neue Art der Wertschöpfung zu ermöglichen: ein offenes, kooperatives und für jeden zugängliches KI-Netzwerk.
Die Rolle von Sahara lässt sich am besten durch drei Metaphern beschreiben:
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Wir sind der „dezentralisierte AWS für KI“ – wir stellen die grundlegende Rechenleistung, Speicherung, Aufrufinfrastruktur und Anreizsysteme bereit und bilden damit die Infrastruktur für die gesamte Web3-KI-Welt;
Gleichzeitig agieren wir als „App Store für KI-Agenten“. Entwickler können ihre Anwendungen hier schnell veröffentlichen, Nutzer sie frei nutzen – so entsteht ein Ökosystem mit starker Verbreitungskraft und einem tragfähigen Geschäftsmodell.
Wir sind das „Tesla der KI-Welt“ und revolutionieren mit transparenten, rechtlich abgesicherten und handelbaren Mechanismen die Erstellung, Ausführung und Zusammenarbeit im Bereich KI-Assets.
Die größte Herausforderung liegt jedoch in der Komplexität des Systems: Wir müssen Stabilität und Sicherheit gewährleisten und gleichzeitig für einfache Nutzbarkeit und Zugänglichkeit sorgen. Um wirklich zum Ausgangspunkt für die Fusion von KI und Web3 zu werden, muss die Plattform Millionen von Nutzern und Anwendungen unterstützen können. Wir sind überzeugt, dass diese Vision langfristige Investitionen und kontinuierliche Entwicklung verdient. Und Sahara geht genau diesen ersten Schritt.
